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Hoffnung kaufen?

Die Hoffnung für die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man nicht kaufen, für die kleineren Freuden im Alltag aber schon. Als jemand, der erst dreimal im Leben Lotto gespielt hat, kann ich sagen: Das Schönste war die Zeit zwischen dem Kauf des Scheins und der Ziehung. Zwei Tage lang konnte ich träumen, was ich mit dem Geld machen würde. Vielleicht ein Haus kaufen oder ein Wohnmobil? Etwas Schönes zur Belohnung und den Rest anlegen, um von den Zinsen zu leben. Am Abend der Ziehung dann die Enttäuschung, dass die Hoffnung das Einzige war, was ich für mein Geld bekommen habe.


In der Kirche spielt Hoffnung eine zentrale Rolle – für die bedeutenden Dinge im Leben und darüber hinaus. Es ist die Hoffnung, dass wir Krisen meistern können und dass der Tod nicht das endgültige Ende bedeutet. Diese Art der Hoffnung ist nicht käuflich, hat aber ihren Preis. Wenn Sie morgen einen Gottesdienst besuchen, hören Sie vielleicht eine Geschichte, die zunächst ungerecht erscheint. Jesus sagt denen, die ihm nachfolgen wollen, dass sie ihren Besitz aufgeben und sich nicht einmal von ihrer Familie verabschieden können, sondern ihm sofort folgen müssen. Der Preis für ein Leben ohne Angst vor dem Tod ist es, sein Leben so sehr auf Gott auszurichten, dass Besitztümer unwichtig werden und selbst die eigene Familie nicht mehr an erster Stelle steht.


Das gelingt den wenigsten Menschen, und ich persönlich würde so radikal gar nicht leben wollen. Im Gegensatz zum Lotto ist der Einsatz für den Glauben jedoch immer lohnend. In festem Glauben wird aus christlicher Hoffnung fast schon Gewissheit. Und selbst wenn es kein Leben nach dem Tod gäbe, hätte man alles dafür getan, die Welt etwas besser zu verlassen, als man sie vorgefunden hat.

Lucas Ludewig, Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Basdorf-Wandlitz-Zühlsdorf

https://www.kirche-barnim.de/presse/moment-mal

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