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Ein Zeichen der Zuversicht: Dankbarkeit im Alltag finden

Im Alltag, beim small talk und auch bei offiziellen Ereignissen ist gegenwärtig oft die Rede von Frust in der Gesellschaft, von Zukunftsangst und trüben Aussichten. Ganz anders hingegen war unser diesjähriger Erntedankgottesdienst aufgebaut, denn dort war Dankbarkeit das zentrale Thema.

Nüchtern betrachtet, muss man sagen, Dankbarkeit ist nicht selbstverständlich, und man hat auch keinen Anspruch darauf. Aber man sollte sich auch einmal vergegenwärtigen, dass Vieles in unserem täglichen Leben ohne unser Zutun, eher wie ein Geschenk, seinen Platz hat: das saubere Trinkwasser aus der Leitung, die freundliche Herbstsonne, hilfreiche Nachbarn, die sich kümmern – das alles ist nicht selbstverständlich und lehrt uns, die Welt komplexer zu sehen.

Traditionsgemäß steht zum Erntedank der Reichtum an Feldfrüchten, die daraus produzierten Lebensmittel und das Teilen mit Bedürftigen im Mittelpunkt. So auch in diesem Jahr. Schon vorab wurde der Altar geschmückt mit Kohl, Zwiebeln, Kartoffeln, Blumen und ähnlichen Dingen.

Wie in den letzten Jahren, waren Früchte und Pflanzen vom Wandlitzer Bauern Looke dabei. Auch Gemeindemitglieder spendeten, schön dekoriert, viele Gaben. (https://kirche-wandlitz.de/digitalekirche/erntedank-dank-2/) Diese festlich geschmückte Kirche füllte sich zusehends, denn es war auch von Frau Rahel Drewanz zum Familiengottesdienst der Serie „Heidekraut & Rüben“ eingeladen worden. Der Kinderchor unter Leitung von Frau Katharina Tarján vervollständigte die Schar junger Gottesdienstteilnehmer. Soviel Bewegung und Gewusel trifft man nicht so häufig zu den Sonntagsgottesdiensten.

Und folgerichtig eröffnete der Kinderchor mit einem schwungvollen Lied, unterstrichen von Gesten und Bewegung: „Tanzen, ja tanzen wollen wir und springen, tanzen vor dem Herrn — tanzen, ja tanzen wollen wir und springen, denn uns, seine Kinder hat er gern“. Auch im weiteren Verlauf des Gottesdienstes konnten die Jüngsten gestalterisch tätig werden. Da wurden zuerst noch weitere Erntegaben zum Altar gebracht und dann regten Pfarrer Ludewig und Frau Drewanz die Kinder an, mal darüber nachzudenken, wofür sie gerade dankbar sind. Dazu wurden altersgestaffelt Gruppen gebildet, die dann den Kirchenraum verließen, um sich im Gemeindehaus darüber zu unterhalten. Ja, und die zurückgebliebenen Erwachsenen? Auch die wurden aufgefordert, sich mit den Sitznachbarn über Dankbarkeit auszutauschen. Als die Gruppen wieder zusammen kamen, war die Zusammenfassung all der Überlegungen zur Dankbarkeit von Lachen und Scherzen begleitet, denn bei allen waren schöne Dinge ins Blickfeld gerückt. Die Ideen der Vorschulkinder hatte Frau Schleicher gesammelt, die größeren Schulkinder hatten bei Frau Drewanz Notizen zur Dankbarkeit auf farbige Zettel notiert, die, an einem Zweig aufgehängt, zum Altar gebracht wurden.

Und die Anmerkungen der Erwachsenen, wofür sie dankbar sind, wurden natürlich auch aufgezählt: Für die Natur, für Gesundheit, für liebevolle Mitmenschen, für die christliche Gemeinschaft…. Sich all dies einmal bewusst vor Augen zu führen, ist gerade zum Erntedank hervorragend geeignet, daraus Kraft und Zuversicht für den Alltag zu schöpfen und positive Emotionen zuzulassen.

Und wie passend: Die vielfältigen Emotionen, die uns dieser Tage begegnen, wurden auch im Anschluss sichtbar in der neuen Ausstellung im Café Stall. Hier zeigt die Zühlsdorfer Künstlerin Sophie Brachvogel in abstrakter Weise farblich sehr unterschiedliche Bildmotive. Kommen Sie gern vorbei und informieren sich.

Der nächste Heidekraut & Rüben-Gottesdienst findet am 04. Oktober um 10 Uhr in der Wandlitzer Kirche statt, und auch für den 10. Oktober steht wieder eine besondere Gottesdienstform auf dem Plan: Andacht & Abendbrot und zwar in Basdorf um 17 Uhr. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme.

Sybille Gruska

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