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Momentmal: Flucht ist kein abstraktes Thema

Das Blog der Landeskirche weißt heute auf mein Momentmal hin, weil es uns wichtig ist, nicht über anonyme Flüchtlingsbewegungen zu sprechen, sondern über ganz konkrete Menschen mit ganz persönlichen Schicksalen und manchmal auch mit kleinen Erfolgsgeschichten.

Eine Kirchengemeinde hilft einem Geflüchteten am BER

Ein Bericht über Mut, Würde und konkrete Hilfe – eine Geschichte, die zeigt, wie die Zusammenarbeit von Kirchen, Behörden und Beratungsstellen Zugehörigkeit ermöglicht und damit echte Chancen eröffnet.

Flucht ist kein abstraktes Thema, sondern das Schicksal von Menschen mit Hoffnungen, Ängsten und Anspruch auf Würde.

In einer offiziellen Aufnahmeeinrichtung am BER traf eine Kirchengemeinde auf eine Situation, die zugleich schwierig und hoffnungsvoll war: Hürden der Bürokratie, Unsicherheit über die Zukunft – und doch Augenblicke der Menschlichkeit, die Mut machen. 

Pfarrer Lucas Ludewig (Evangelische Kirchengemeinde Basdorf-Wandlitz-Zühlsdorf), Josephine Furian (Flüchtlingsbeauftragte im Sprengel Görlitz) und Anna Claßen (Asylverfahrensberatung Barnim) traten an, Brücken zu schlagen zwischen Behörden, Bewahrung von Sicherheit und dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit. 

Was zunächst wie eine Belastung erschien, wandelte sich zu einer Erfahrung, in der Hilfe, Respekt und konkrete Unterstützung über strikte Regeln hinaus sichtbar wurden.

Die Geschichte zeigt, Flüchtlinge sind keine statistischen Felder, sondern individuelle Lebenswege, die eine Gesellschaft aktiv willkommen heißen muss – mit Geduld, Würde und fairer Unterstützung. 

Pfarrer Lucas Ludewig hat die Geschichte, die auch in der MOZ unter der Rubrik Moment mal aufgenommen wurde, aufgeschrieben:

„Menschen aus dem Gefängnis zu befreien, klingt entweder kriminell oder wundersam. Bei mir fühlte es sich in der vergangenen Woche wie ein kleines Wunder an. Auch wenn es kein Gefängnis war, sondern offiziell „Aufnahmeeinrichtung am BER“ heißt.

Das Gebäude verheißt dennoch kein freundliches Willkommen. Der Blick auf das Rollfeld vermittelt eher den Eindruck, dass der nächste Schritt die Abschiebung bedeutet. Die Türen, die sich nach dem Betreten hinter einem schließen, tragen ihr Übriges dazu bei. Es wirkte auf mich schon unglaublich beängstigend, obwohl ich wusste, dass ich jederzeit wieder gehen darf.

Die Mitarbeitenden vor Ort waren glücklicherweise sehr offen und freundlich. Sie wussten, dass ein Pfarrer kommt, um einen jungen Menschen abzuholen. 

Dieser war am Vortag festgenommen worden, weil Bundespolizisten bei der Ausweiskontrolle kein gültiges staatliches Dokument vorfanden, sondern „nur“ den gesiegelten Hinweis auf ein Kirchenasyl. 

Zur Klärung wurde die von unserer Kirchengemeinde aufgenommene Person in die Einrichtung am BER gebracht. Dort war man sich der Situation des geflüchteten Menschen erfreulicherweise bewusst und erlaubte mir, ihn mitzunehmen. 

Also strenggenommen kein Gefängnis und auch keine Befreiung – und trotzdem unendliche Freude nach einer sorgenvollen Nacht. Eben doch ein kleines Wunder.“

https://www.ekbo.de/news-detail/eine-kirchengemeinde-hilft-einem-gefluechteten-am-ber

Alle Momentmal Beiträge des Kirchenkreises sind übrigens hier verlinkt.

Lucas Ludewig

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