Vor kurzem erschien die neue Onleihe 3 App, was mich daran erinnerte, dass ich schon länger darauf hinweisen wollte:
Bibliotheken sind klassische dritte Orte – nicht im Sinne der EKBO, sondern soziologisch. Sie sind weder Arbeit bzw. Schule noch Zuhause, und sie schienen durch die Digitalisierung vom Aussterben bedroht. Doch wie Theater, Konzerte sowie später Radio und Kino nach neuen Medien bestehen blieben, sind weder das Lesen noch Bibliotheken verschwunden. Ältere Medien finden ihre Nische, und manche scheinbar bedrohten Formen passen sich der modernen Welt an – so auch die neue digitale Bibliotheks-App. Man kann nicht nur Entleihungen einsehen, verlängern oder Medien in eine bestimmte Bibliothek bestellen, sondern auch Zeitungen, Zeitschriften und Bücher digital lesen und hören.
Ich schreibe dies in unserer digitalen Kirche, da auch eine Kirche soziologisch als dritter Ort gilt. Im Sinne unserer Landeskirche haben wir mit dem Café Stall in Wandlitz gezielt einen solchen Ort geschaffen, und wir können von anderen dritten Orten wie Bibliotheken lernen, was trotz gesellschaftlichen Wandels und eines absehbaren Rückgangs kirchlicher Ressourcen möglich bleibt.
